Mobilität, Verkehr & Umwelt


Tests und aktuelle Berichte zur Verkehrspolitik.

  • Brückentest 2014 - Kommunale Brücken in keinem guten Zustand

    ADAC Test: Nur vier von 30 Brücken bekommen gute Noten/Dringender Handlungsbedarf festgestellt/Städte beklagen Geldmangel für Instandsetzungsmaßnahmen


    Die kommunalen Brücken in Deutschland sind in keinem guten Zustand. Wie der aktuelle ADAC Test von 30 Brücken in zehn deutschen Städten zeigt, fielen sieben Brücken glatt durch. Nur vier Brücken erhielten von den Testern ein gutes Urteil. 19 Brücken, also fast zwei Drittel, wurden mit „ausreichend“ bewertet. 


    Beste Brücke im Test mit der Note „gut“ ist die Dreeschbrücke in Schwerin. Verlierer mit dem Testurteil „sehr mangelhaft“ sind die drei in Lübeck untersuchten Brücken sowie die

    Brücke Stadionstraße in Schwerin. Geprüft und benotet wurden diese vier Kriterien:

    Bauwerkszustand (75 Prozent), Sanierungsmanagement (15 Prozent), Verwaltungsmanagement (5 Prozent) und Ausstattung des Verkehrsraumes (5 Prozent).

    An der Siegerbrücke in Schwerin hatten die Prüfer kaum etwas auszusetzen. Nur diese Überführung erhielt für ihren Bauwerkszustand die Note „gut“. Zudem überzeugte sie durch ihr ausreichend hohes und stabiles Geländer, sehr breite Fahrstreifen und ausreichend breite Geh- und Radwege. Alle vorgeschriebenen Prüfungen waren absolviert, alle wichtigen Unterlagen, etwa zur Statik, vorhanden.


    Die vier Verlierer-Brücken in Lübeck und Schwerin (Rehder-, Sandberg- und Hüxtertorbrücke in Lübeck sowie die Brücke Stadionstraße in Schwerin) landeten deswegen auf den letzten Plätzen, weil der Bauwerkszustand mit „sehr mangelhaft“ bewertet wurde. Bei Brücken, die im Test in dieser wichtigsten Kategorie versagten, konnte das Gesamturteil nicht besser ausfallen. Den betroffenen Stadtverwaltungen ist zwar zugute zu halten, dass bei allen vier Brücken regelmäßige Prüfungen stattfanden, konkrete Sanierungsmaßnahmen wurden aber bislang keine ergriffen.


    Häufigste Mängel im Test waren beschädigte oder undichte Fugen. Sie sind die Ursache dafür, dass Feuchtigkeit ins Bauwerk eindringen kann. Weitere große Probleme identifizierten die Tester durch Rost an tragenden Teilen der Konstruktion, wodurch die Standsicherheit beeinträchtigt werden kann.


    Erfreulich: Inzwischen führen die Stadtverwaltungen die erforderlichen Prüfungen weitgehend regelmäßig durch. Beim ADAC Brückentest 2007 war das noch anders. Damals wiesen rund 40 Prozent der getesteten Städte teils erhebliche Unregelmäßigleiten auf. Problematisch bleibt allerdings bis heute, dass die betroffenen Städte aus den Erkenntnissen nicht die erforderlichen Maßnahmen ableiten, weil ihnen die Mittel und in einigen Fällen auch das Personal fehlen. Die meisten Kommunen verfügen zwar über ein eigenes Budget für Brücken, dieses reicht jedoch bei weitem nicht für die erforderlichen Arbeiten aus. So kommt es, dass viele ernsthafte Schäden über Jahre hinweg nicht behoben werden können und stattdessen Verkehrsbeschränkungen verhängt werden müssen.


    „Rechtzeitig zu handeln ist die deutlich bessere und kostengünstigere Option als eine Schadensbehebung so lange zu verschieben, bis sie unbedingt notwendig wird“, sagt ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Wir können den Städten nur empfehlen, hierfür ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen.“


    Mit der Durchführung des Tests, der zum zweiten Mal nach 2007 stattfand, hatte der ADAC das Ingenieurbüro Hampf Consult beauftragt. Die Deutsche Gesellschaft für Qualität hat die rechnerische Richtigkeit der Auswertung und die daraus abgeleiteten Aussagen im Test-Abschlussbericht überprüft.


  • Eine Vision

    Im Jahr 2040 hat die HVV-Monatskarte ausgedient. Die Hamburger fahren mit der Mobilitätskarte. Mit diesem Ticket können Bus, U- und S-Bahn, Leihwagen und Fahrräder genutzt werden. Über ein Smartphone werden die Gebühren kilometergenau abgerechnet. 

    Das System wird aktuelle Daten über Staus oder Unfälle, die Dauer und die Kosten der jeweiligen Strecke ausweisen. Das Auto verliert an Bedeutung. Die Probleme mit Stickoxiden und Feinstaub sind bereits ab 2020 technisch gelöst und spielen keine Rolle mehr, der Ausstoß von Kohlendioxid wird drastisch sinken. Hinzu kommt: Bis zu 90 Prozent aller Autos werden bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts einen Hybridantrieb haben oder ausschließlich mit Strom und damit weitgehend abgasfrei fahren. Der ADAC geht derzeit davon aus, dass 2040 35 Prozent statt wie zuletzt in einer Infas-Studie ermittelt 58 Prozent der Menschen in der Metropolregion Hamburg in der Stadt mit dem Auto unterwegs sind. Dennoch bleibt das Auto Verkehrsmittel Nummer eins. 

    Ab 2030 werden selbstfahrende Autos das Stadtbild prägen. Die Verkehrsunfälle werden weiterhin stark abnehmen, die Vision Zero mit keinem Getöteten im Straßenverkehr wird Realität! Gewinner werden Rad und U- und S-Bahnen sein. So werden 2040 25 Prozent der zwei Millionen Einwohner für Stadtfahrten auf zwei Räder umsteigen. Heute tun das nur halb so viele. Um den Verkehr von morgen zu bewältigen, benötigt Hamburg bis 2040 einen Ring aus ausgebauten Autobahnen: Westumfahrung mit der Elbquerung bei Glückstadt (A 20), Ostumfahrung mit der Elbquerung bei Geesthacht (A 21) und die Hafenquerspange (A26). 

    Unsere Wünsche für die Zukunft richten sich auch auf weitere Schienenverbindungen innerhalb der Stadt und in der Metropolregion. Hamburg würde profitieren, wenn Lübeck, Lüneburg, Buchholz, Geesthacht, über die Schiene im Zehn-Minuten-Takt angebunden wären. Die U 4 muss die Elbe überqueren, die S 4 im Zehn-Minuten-Takt nach Bad Oldesloe fahren. Neue Straßen in der Stadt sind nicht notwendig. Wir brauchen für den Erhalt und die Sanierung 100 Millionen Euro, die das Land in diesem Jahr erstmals bereitgestellt hat. Nur wenn diese Summe weiter in jedem Jahr fließt, ist das Netz für die Zukunft gerüstet. Solche Projekte sind nur zu realisieren, wenn sich die Politik jetzt auf einen Masterplan einigt. Ein einmal erzielter Konsens muss über mehrere Legislaturperioden durchgehalten werden. Sonst droht die Stadt 2040 im Stau zu ersticken und die Zahl der Unfälle zuzunehmen.


  • A7 Ausbau: Vollsperrungen

    Die A7 ist die wichtigste Verkehrsader für den Norden. Allein durch den Elbtunnel quälen sich täglich über 125.000 Fahrzeuge. 
    Oft genug heißt es dabei für die Autofahrer „Rien ne va plus“ – nichts geht mehr! 2014 betrug die Staulänge allein auf den Streckenabschnitten in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein über 47.000 km. 

    Um das Nadelöhr durchlässiger zu machen, wird die A7 zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und dem Autobahndreieck Bordesholm auf einer Strecke von 65 km ausgebaut. Soweit die positive Nachricht – die negative: Bis zum Ende der Bauarbeiten 2018 müssen sich die Autofahrer auf kilometerlange Baustellen, Fahrbahnverengungen und zusätzliche Staus einstellen. 

    A7 App mit Live-Stream 
    Smartphone-Nutzer können sich über die App „A7 Nord“ über die aktuelle Verkehrslage, Umfahrungsmöglichkeiten und die nächsten Bauschritte informieren. Mittels Live-Cams können Autofahrer sich selbst ein Bild davon machen, ob und wie der Verkehr an den Stauschwerpunkten fließt. Die App ist kostenlos für alle iOS und Android-Handys verfügbar. Infos zu der aktuellen Lage finden Sie hier: www.hamburg.de/fernstrassen/


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