Ein Ärgernis vor allem für gelegentliche oder nicht einheimische Fahrgäste ist der Fahrkartenkauf. Gut, wenn es viele verschiedene davon gibt. Schlecht, wenn man nicht weiß, welche man braucht, und das Ganze auch noch mit Extra-Tickets beim Umsteigen garniert wird. Da wurde sogar einer unserer Tester unfreiwillig zum Schwarzfahrer. Nur in etwa einem Drittel der getesteten Städte gab es die Möglichkeit, mit einer ÖPNV-Chipkarte zu zahlen, bei der sich der Fahrgast dann keine Gedanken mehr über das richtige Ticket oder die richtige Anzahl der Zonen machen muss. So etwas gibt es zum Beispiel in Amsterdam mit der OV-chipkaart, die sogar für viele Verkehrsmittel in den gesamten Niederlanden gilt. Noch besser, wenn die Karte dann auch noch „BestPricing“ gelernt hat. Wie das funktioniert, zeigt noch einmal das Beispiel London: Ist bei vielen verschiedenen Fahrten an einem Tag der Preis eines Tagestickets erreicht, werden von der sogenannten OysterCard auch keine weiteren Fahrten am selben Tag mehr berechnet, sprich abgebucht. In London ist allerdings auch ÖPNV-Fahren teuer, so teuer wie in keiner anderen Teststadt.
Apropos Preise: Die Spannen zwischen den Städten sind sehr groß. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Subvention des jeweiligen ÖPNV, die im Rahmen dieser Studie nicht untersucht wurde. Prag führt die Reihe der günstigen Städte an. Hier kostet das Monatsticket umgerechnet nur 20 Euro und lohnt sich schon ab 22 Fahrten. Viele Städte mit günstigen Preisen für Einzel- oder Mehrfahrtenkarten langen bei den Monatstickets dagegen kräftig hin. Als Beispiel sei Madrid angeführt, wo man bei zwei Fahrten pro Arbeitstag mit einem Monatsticket teurer fährt als mit 10er-Karten. Im Test wurde aber auch deutlich, dass ein rundum attraktives ÖPNV-Angebot seinen Preis hat.
Fazit: Auch wenn es in den meisten der getesteten Städte ein gutes Grundangebot gibt, müssen doch in vielerlei Hinsicht noch Anstrengungen unternommen werden, um den ÖPNV als attraktive Alternative zum Auto zu etablieren.