Mit Italien, Deutschland, Norwegen und Dänemark machen wir Station in den Ländern, die im Test ein uneinheitliches Bild boten. Italien lieferte mit der Anlage Castagnolasca bei Deiva Marina auf der Strecke Livorno – Genua einmal mehr das Schlusslicht des Tests. Allerdings erreichte mit Val di Sona bei Peschiera südlich des Gardasees eine italienische Anlage auch die Spitzennote sehr gut. Das zeigt die Bandbreite: Neben sehr gepflegten Anlagen mit Picknicktischen und Spielplätzen in schöner Umgebung fanden sich auch Rastplätze, die man besser meiden sollte.
Deutschland ist mit 20 Objekten das Land mit den meisten Rastplätzen im Test – und findet sich überraschend nur im hinteren Teil des Mittelfeldes wieder. Die Außenanlagen waren meist gepflegt und es gab genügend Picknicktische. Aber dann: Etwa jede zweite Toilette war schmutzig. Und in ebenso vielen Fällen führte die Behinderten-Toilette ihren Namen zu Unrecht, weil sie nicht behindertengerecht war. Deutliche Mängel auch bei der subjektiven Sicherheit: Lediglich Dätgen nachts gut beleuchtet, Binshof und Sperbes gerade noch akzeptabel, dann wird es allerdings im wahrsten Sinn des Wortes düster. So fand man oft auch die Notrufe im Dunklen nicht.
Die Norweger punkteten mit ihrer Behindertenfreundlichkeit und ihren sanitären Anlagen. Allerdings lässt die Sauberkeit etwas zu wünschen übrig. Und bis auf Lillehammer waren alle Rastplätze mehr oder weniger schlecht beleuchtet. Abseits der Wertung allerdings gerieten unsere Tester ins Schwärmen: „Landschaftlich gehörten die norwegischen Rastplätze zu den am schönsten gelegenen im Test.“ so notierten sie. „Wo kann man Anfang Mai schon mit Blick auf einen halb zugefrorenen See bei 24 Grad Lufttemperatur picknicken?“ Picknicken lässt sich, vielleicht mit nicht ganz so schöner Aussicht, aber dennoch gut, auch in Dänemark, wo man stets eine große Anzahl von Picknicktischen in gepflegten und sauberen Grünflächen vorfand. Nicht immer sauber waren hingegen die Toiletten und, ähnlich wie in Deutschland, kämpfen ebenso die dänischen Autobahnmeistereien mit Graffiti und Sachbeschädigungen. Und auch die dänischen Rastplätze müssen ohne Notrufe und Videokameras auskommen.