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Testsieger in Potsdam
Mit dem Titel „Testsieger“ darf sich eine Tiefgarage mit 278 Plätzen in Potsdam schmücken, die gleich mit drei Namen aufwarten kann: Luisenplatz = Sanssouci = Park Sanssouci. Mit gut drei Viertel der erzielbaren Punkte attestierten ihm die ADAC Experten die Wertung gut. Im Jahr 2000 in Betrieb genommen, zeigte sich das rund um die Uhr geöffnete Parkhaus übersichtlich und hell, klar beschildert, sehr gepflegt und sauber sowie größtenteils behindertengerecht. Die breiten Parkplätze sind schräg angeordnet, und es stören keine Pfeiler beim Einparken. Einmalig im Vergleich ist die Parkgebühr: Montag bis Samstag zahlt man nur 2,50 Euro für ganze zehn Stunden. Negativ schlugen unter anderem die fehlenden Parkplätze für Eltern mit Kindern und die zu wenigen für Behinderte zu Buche.
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Testverlierer in Mannheim
Auf dem letzten Platz des Vergleichs mit gerade mal etwas mehr als einem Drittel der Punkte und der Note sehr mangelhaft landete das N6 (neues Parkhaus) in Mannheim aus dem Jahr 1985. Als eines von vier Parkhäusern im Test bekam es eine K.O.-Wertung für seine mit teilweise 2,17 Metern viel zu schmalen Parkplätze. Das ist allerdings nicht das einzige Manko des oberirdischen Parkhauses mit Tiefgarage und 323 Plätzen: Die Einfahrt zu eng, Rampen und Fahrbahn zu schmal, die Parkplätze mit vielen Pfeilern garniert und obendrein schlecht beleuchtet, ohne Parkplätze für Eltern mit Kindern und mit nur einem Parkplatz für Behinderte. Notrufe waren ebenso wenig zu finden wie Toiletten. Alles in allem ist es sanierungsbedürftig und nicht behindertengerecht – und genau der Typus Parkhaus, den man fürchtet. Immerhin wird das benachbarte Parkhaus mit der Bezeichnung N6 (altes Parkhaus) derzeit saniert und Mitte Dezember wiedereröffnet.
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Insgesamt gingen vier Parkhäuser k.o.
Außer beim Testverlierer griff das K.O.-Kriterium für die Testkandidaten Karstadt - Schützenstraße in Braunschweig, Hauptbahnhof (Einfahrt UCI) in Duisburg und Karstadt - Weißliliengasse in Mainz – bei allen dreien wegen ihrer zu geringen Einfahrtshöhe von weniger als 1,90 Meter. Doch nicht nur hier kann zu viel Schwung schaden. Auch auf mancher Rampe ist Vorsicht geboten. In sechs der Test-Garagen gab es keine Bordsteine, sogenannte Schrammborde, die Autofahrer davor bewahren sollen, an der Wand entlang zu schrammen.
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Zu schmale Parkplätze als Herausforderung für Autofahrer
Äußerst ärgerlich für den Autofahrer: zu schmale Parkplätze. 2,50 Meter breit und 5 Meter lang sollen sie sein, neben Pfeilern und Wänden noch breiter. So sagen es die Empfehlungen für Anlagen des Ruhenden Verkehrs (EAR 05). Die Garagenverordnungen der Bundesländer lassen allerdings noch immer 2,30 Meter breite Stellplätze zu, obwohl die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren deutlich breiter geworden sind. Und so waren die Parkplätze in knapp einem Viertel der Testobjekte tatsächlich größtenteils nur 2,30 Meter breit, auch neben Pfeilern und Wänden, wo sie breiter sein müssten. Da heißt es einzirkeln, und auch das Ein- und Aussteigen ist eine besondere Herausforderung. Viel bequemer geht es, wenn es gar keine Pfeiler gibt, zumindest zur Fahrbahn hin. Nur rund die Hälfte der Testobjekte konnte hier punkten. Eine schräge Anordnung der Parkplätze, die das Einparken wesentlich erleichtert, gab es nur bei acht der Test-Kandidaten. Über beides zusammen konnten sich die ADAC Tester nur in sechs der Großgaragen freuen.
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Behinderten-Parkplätze erfüllten nicht immer ihren Zweck
Problem Behinderten-Stellplätze. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Und so gab es sie auch mit Ausnahme der Bonner Uni-Tiefgarage und der Mainzer Kupferbergterrasse überall, immer deutlich gekennzeichnet und meist ausreichend breit. Allerdings bei zwei Drittel der Garagen nicht in der vom ADAC geforderten Anzahl von drei Prozent aller Parkplätze eines Hauses. Und: Bei mehr als einem Drittel waren sie nicht barrierefrei angebunden, das heißt, es fehlten automatische Türen und/ oder behindertengerechte Aufzüge, durch deren Tür ein Rollstuhl passt, und deren Bedienelemente niedrig genug angebracht sind. Beschämend: Kassenautomaten mit Bedienelementen in der richtigen Höhe, die von Rollstuhlfahrern ohne fremde Hilfe genutzt werden können, gab es überhaupt nicht. Ebenso schlecht: Breite Parkplätze, an denen man Kinder gefahrlos aus dem Auto holen kann, fanden unsere Tester lediglich in sieben Parkhäusern.
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Auch Markierungen waren ein Stiefkind
Weitere Mängel im Überblick: bei mehr als drei Viertel waren Fahrbahn-Markierung, bei mehr als zwei Drittel die Richtungspfeile nicht deutlich zu erkennen, was sogar dazu führte, dass man in den Parkhäusern Oper in Bonn, Schloss Arkaden in Braunschweig, Karstadt - Weißliliengasse in Mainz wie auch auf der Rampe in der Tiefgarage Wasserturm in Mannheim unvermutet im Gegenverkehr stand. Bei zwei Drittel gab es keine Fußwege, bei mehr als der Hälfte konnte man nicht bargeldlos bezahlen. Nur acht erleichterten die Parkplatzsuche durch ein dynamisches Parkleitsystem. Unter Sicherheitsaspekten wichtig: Bei 15 Parkhäusern fanden sich keine deutlich gekennzeichneten Notrufe, bei ebenso vielen war kein Personal vor Ort. Zwölf der Test-Garagen waren nicht rund um die Uhr geöffnet, was zu verschmerzen ist, wenn man trotzdem ausfahren kann. Das aber konnte man bei den Parkhäusern Packhof und Schloss-Arkaden in Braunschweig, Jensendamm in Kiel und Regensburg Arcaden nicht. Auch nicht in der Königsgalerie in Duisburg, die in dieser Hinsicht den Vogel abschoss: Sage und schreibe 50 Euro verlangte der Betreiber für eine Ausfahrt nach Betriebsschluss.
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Große Unterschiede bei den Tarifen
Damit sind wir beim Geld. Erfreulich: Fünf Mal im Test gab es deutlich kommunizierte Karenzzeiten von meist 30 Minuten, erst danach wurde der Tarif berechnet. Und zwar bei drei Viertel der Testobjekte im wenig kundenfreundlichen 60-Minuten-Takt, zwei Mal im 45-Minuten- und acht Mal im 30-Minuten-Takt. Errechnet wurden die Tarife für 60 und 240 Minuten Parken. Wie nicht anders zu erwarten, gab es auch in diesem Jahr große Unterschiede. So zahlten unsere Tester in Braunschweig, der billigsten Stadt, im Schnitt 0,75/ 4,13 Euro für eine/ vier Stunden, in Mainz, der teuersten Stadt im Testfeld, hingegen 1,83/ 7,70 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 1,29/ 5,65 Euro. Umso erfreulicher, wenn das Parkticket dann auch als ÖPNV-Ticket gilt wie in den Garagen Taubertsberg in Mainz sowie Dachauplatz und Tiefgarage am Theater in Regensburg, wo gleich fünf Personen auf dieses Ticket fahren dürfen.
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Schon mit relativ wenig Geld ließe sich aufrüsten
Autofahrer sind leidensfähig. Gibt es ein Parkhaus in der Nähe ihres Ziels und stimmt der Preis einigermaßen, wird es genutzt – egal, welche Defizite es hat. Das dient nicht gerade als Ansporn, ein Parkhaus nutzerfreundlich zu gestalten. Und es erklärt, warum auch schlechte Parkhäuser gut ausgelastet sein können. Selbst bei den Testobjekten im positiven Notensegment ist nicht immer alles vorhanden, was ein wirklich gutes Parkhaus ausmacht. Noch nicht einmal bei relativ neuen Objekten. Manchmal könnte man schon mit kostengünstigen Maßnahmen Abhilfe schaffen. Zum Beispiel mit in richtiger Höhe aufgehängten und mit Gummilippen versehenen Pendelbalken zur Höhenkontrolle oder Ausschilderung des Namens, der Öffnungszeiten und der Tarife in der Einfahrt. Oder mit Schrammschutz an den Rampen, Pfeilern und Wänden. Dass sich schon Einiges getan hat, zeigen gelungen sanierte Parkhäuser im Test. Trotzdem bleibt noch viel zu tun.