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Testsieger in Wiesbaden
Mit dem Prädikat „Testsieger“ darf sich das Parkhaus Kurhaus/ Casino in Wiesbaden schmücken. Die 2006 eröffnete Tiefgarage erreichte zwar knapp, aber immerhin als einzige die Note sehr gut. Rund um die Uhr geöffnet, präsentierte sie sich den Testern übersichtlich, hell, sauber und behindertengerecht, mit deutlicher Beschilderung, breiten, gut einsehbaren Rampen, einem dynamischen Parkleitsystem, schräg angeordneten und dadurch gut anzufahrenden, breiten Parkplätzen ohne Pfeiler, mit Notrufen ausgestattet und hilfsbereitem Personal, das ebenfalls rund um die Uhr vor Ort ist. So wünscht sich der Autofahrer sein Parkhaus.
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Testverlierer in Düsseldorf
Aus den frühen 60er-Jahren und damit wesentlich älter ist der Testverlierer mit der Note sehr mangelhaft: Das Parkhaus Kreuzstraße in Düsseldorf, das – man höre und staune – nur 2,9 Prozent der erzielbaren Punkte einfahren konnte. Es musste gleich drei K.O.-Wertungen in den Kategorien Sicherheit, Befahrbarkeit und Nutzerfreundlichkeit einstecken. Die Probleme begannen schon bei der Einfahrt mit der zu knappen Höhe von 1,80 Meter und setzten sich fort mit lediglich 2,25 Meter breiten Parkplätzen. Noch schlimmer: Teilweise durchgerostete und verbeulte Geländer in den Außenbereichen der Parkdecks bargen die Gefahr eines Absturzes im Fall eines Aufpralls. Insgesamt ungepflegt und schmutzig sowie alles andere als behindertengerecht ist es genau der Typus Parkgarage, den man fürchtet. Beachtenswert auch der Hinweis am Aufzug: „Das Befördern von Kinderwagen nicht gestattet“. Will heißen, Eltern sollen ihr Kind samt Wagen über die schmale Treppe hieven. Nein danke, lautete das Urteil der Tester.
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Insgesamt gingen vier Parkhäuser k.o.
Außer für den Testverlierer gab es für den vorletzten im Bunde der Schlechtesten, dem Parkhaus Maastrichter Straße in Köln, zwei K.O.s wegen deutlich zu schmaler Parkplätze sowie loser Betonteile an der Fassade und eines klaffenden Lochs in einer Boden-Fuge. Zwei weitere Großgaragen gingen jeweils ein Mal k.o.: Das ParkCenter Kö in Düsseldorf, aus dem Jahr 1954 und damit ältestes Objekt im Testfeld, wegen seiner viel zu steilen Rampen sowie die Kalckreuthstraße in Berlin wegen der Einfahrtshöhe von nur 1,80 Meter.
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Zu schmale Parkplätze als Herausforderung für Autofahrer
Ärgerlichster Mangel im Test: zu schmale Parkplätze. 2,50 Meter breit und 5 Meter lang sollen sie sein, neben Pfeilern und Wänden noch breiter. So sagen es die Empfehlungen für Anlagen des Ruhenden Verkehrs (EAR 05). Die Garagenverordnungen der Bundesländer lassen allerdings noch immer 2,30 Meter breite Stellplätze zu, obwohl die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren deutlich breiter geworden sind. 2,50 Meter wiesen nur ein Drittel der Testobjekte auf. Bei drei Viertel der Testobjekte, bei denen es auch Parkplätze zwischen Pfeilern und/ oder Wänden gab, war das Ein- oder Aussteigen eine besondere Herausforderung. Selbsthilfe ist die Antwort des Autofahrers: Aus zwei mach einen. Viel bequemer geht es, wenn es gar keine Stützen gibt, zumindest zur Fahrbahn hin. Doch darüber konnten sich unsere Tester nur bei sage und schreibe fünf Testobjekten freuen. Auch die wesentlich leichter befahrbare, schräge Anordnung der Parkplätze gab es nur bei sieben. Und nur in den Parkhäusern Am Alexanderplatz in Berlin sowie Kurhaus/ Casino und Markt in Wiesbaden erleichterte beides zusammen den Parkvorgang.
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Sonderparkplätze erfüllten nicht immer ihren Zweck
Problem Behinderten-Stellplätze. Sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Soweit, so gut. Aber: Bei nicht einmal der Hälfte der Parkhäuser waren sie dann auch barrierefrei angebunden. Es fehlten automatische Türen, die Bedienelemente der Aufzüge und Kassenautomaten waren nur selten niedrig genug angebracht. Apropos Sonder-Parkplätze: Zwar gab es bei etwas mehr als zwei Drittel der Parkhäuser extra Parkplätze für Frauen. Weniger als zwei Drittel davon waren dann allerdings überwacht. Doch genau das wäre der Zweck eines solchen Parkplatzes. Breite Parkplätze, an denen man Kinder gefahrlos aus dem Auto holen kann, fanden unsere Tester lediglich in fünf Parkhäusern. Nebenbei bemerkt gab es auch acht Testobjekte, die bereits Parkplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge anboten.
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Auch Markierungen sind ein Stiefkind
Weitere Mängel im Überblick: Deutlich gekennzeichnete Notrufe hatten nicht einmal die Hälfte der getesteten Parkhäuser, bei ebenso wenigen waren Fußwege in geeigneter Weise markiert, bei der Hälfte Fahrbahn-Markierung und/ oder Richtungspfeile nicht mehr deutlich erkennbar, fast die Hälfte hatte Sauberkeitsmängel, man konnte nicht bargeldlos bezahlen oder die Bordsteine an den Rampen waren zu hoch, was Reifen und Felgen gefährdet. Diese sogenannten Schrammborde sollen Autofahrer davor bewahren, an der Wand entlang zu schrammen. Unter Sicherheitsaspekten wichtig: Bei mehr als einem Viertel war kein Personal vor Ort. Und nur ein gutes Drittel erleichterte die Parkplatzsuche durch ein dynamisches Parkleitsystem.
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Große Unterschiede bei den Tarifen
Bleiben die Tarife. Sie wurden für 60 und 240 Minuten ermittelt. Wie nicht anders zu erwarten, gab es große Unterschiede. So zahlten unsere Tester in Hannover, der billigsten Stadt, im Schnitt 1,14/ 3,80 Euro für eine/ vier Stunden, in München, der weitaus teuersten Stadt im Testfeld, hingegen stolze 3,10/ 11,30 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 1,83/ 7,09 Euro. In Großstädten mit starker Kaufkraft wie Hamburg, Düsseldorf und eben München liegen die Tarife tendenziell höher als in anderen Städten.
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Auch mit relativ wenig Geld ließe sich aufrüsten
Autofahrer sind leidensfähig. Gibt es ein Parkhaus in der Nähe ihres Ziels, wird es genutzt – egal, welche Defizite es hat. Das dient so manchem Betreiber nicht gerade als Ansporn, sein Parkhaus nutzerfreundlich zu gestalten. Und es erklärt, warum auch schlechte Parkhäuser gut ausgelastet sein können. Selbst bei den Testobjekten im positiven Notensegment ist nicht immer alles vorhanden, was ein wirklich gutes Parkhaus ausmacht. Manchmal könnte man schon mit relativ kostengünstigen Maßnahmen Abhilfe schaffen. Mit Gummilippen am Pendelbalken in der Einfahrt oder Schrammschutz an den Pfeilern zum Beispiel, damit im Fall des Falles das Auto nicht verkratzt. Oder durch Ausmisten und Vereinheitlichen des Schilderwaldes, in dem der Autofahrer oftmals unterzugehen droht. Es bleibt also noch viel zu tun.