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Kindersitz-Check 2011:
Jedes dritte Kind in Gefahr

Foto: Frank Peterschroeder

Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die kleiner als 1,50 Meter sind, müssen bei der Fahrt im Auto in einem passenden Kindersitz gesichert werden. Das ist das eine. Doch die Eltern nehmen es mit dieser Vorschrift nicht so genau - und gefährden damit Leben und Gesundheit ihrer Kinder. Das ist das andere. Der jüngste Kindersitz-Check des ADAC lieferte wieder einmal erschreckende Ergebnisse.


Sorglosigkeit in Zahlen  PDF, 5,38 KB


Der Schwachpunkt sind die Eltern

Das Erfreuliche vorneweg: Rund 70 Prozent aller überprüften Kinder im ADAC Kindersitz-Check vor Schulen und Kindergärten waren korrekt gesichert und saßen in einem geeigneten Rückhaltesystem. Das bedeutet allerdings gleichzeitig, dass rund 30 Prozent falsch oder gar nicht gesichert waren. Besonders enttäuschend: Das Ergebnis hat sich seit der letzten Überprüfung im Jahr 2008 um keinen Deut verändert. Immer wieder sahen unsere Experten falsch montierte Sitze, ungeeignete Systeme wie etwa reine Sitzerhöher ohne Kopfstütze für kleine Kinder oder mit dem Erwachsenengurt gesicherte Kinder, die noch nicht 1,50 Meter groß oder zwölf Jahre alt waren.
  • Erschreckende Zahlen
    In Zahlen heißt das: In 26 Prozent der Fälle waren Kinder zwischen sechs und elf Jahren durch Fehler der Eltern unzureichend gesichert, 20 Prozent davon waren nur mit dem Erwachsenengurt angeschnallt, was bei einem Unfall zu schwersten Verletzungen der Kinder führen würde. Bei den Kindern unter sechs Jahren saßen erschreckende 25 Prozent falsch oder unzureichend gesichert im Auto. Besorgniserregend: Fünf Prozent der Sechs- bis Elfjährigen und drei Prozent der unter Sechsjährigen waren überhaupt nicht gesichert.
  • Ernüchternde Bilanz
    Die ernüchternde Bilanz unserer Stichprobe: Vor allem das Fehlverhalten der Eltern gefährdet Leben und Gesundheit der Kinder. Dabei ließe sich dieses Problem leicht lösen. Eltern brauchen sich beim Kauf der Sitze nur genug Zeit nehmen, damit die Verkäufer die Funktionen und die Verwendung des Sitzes in aller Ruhe erklären können, und die Eltern Zeit zum Ausprobieren haben. Und das gilt insbesondere für die Eltern von Kindern unter sechs Jahren. Denn für die Kleinsten bedeutet das Mitfahren im Auto das höchste Unfallrisiko.

    Ein Grund, warum der ADAC das Verkehrssicherheitsprogramm „Sicher im Auto“ gemeinsam mit seinem Partner Volkswagen kostenfrei anbietet. Dabei können die erwachsenen Teilnehmer alles Wichtige rund um die richtige Sicherung von Kindern im Auto erfahren und selbst am Fahrzeug den richtigen Einbau unter Anleitung üben. Selbstverständlich fließen hier auch die Ergebnisse des ADAC Kindersitztests ein.

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