Akzeptanz des Skihelms hängt von mehreren Faktoren ab: wie gut er passt, wie stark das Hörvermögen eingeschränkt ist und wie gut er mit der Skibrille harmoniert. Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch, wie angenehm die Belüftung empfunden wird.
Wird’s zu warm unter der Schale? Bilden sich auf der Kopfhaut unangenehme Kälte-Inseln? Wie zeigt sich der Unterschied zwischen geschlossener und geöffneter Belüftung? Der ADAC hat dazu mit wissenschaftlicher Unterstützung der TU München ein spezielles Prüfverfahren eingesetzt, welches als Ergebnis anschauliche Temperaturzonen-Grafiken liefert. Man muss kein Wissenschaftler sein, um hier zu erkennen, ob ein Helm ein eher warmes oder kühles Klimamanagement hat, und wie variabel oder wirksam seine einstellbare Belüftung ist.
Die (messtechnisch) variabelste Belüftung zeigte der Smith Variant - hier sieht (bzw. „spürt“) man einen deutlichen Unterschied, ob die Belüftung offen oder geschlossen ist. Dies bestätigten auch die ergänzenden Praxisfahrten auf der Piste. Zudem erkennt man an der Farbdarstellung, dass sein Temperaturmanagement eher kühl gehalten ist. Beim Kauf kann man seine Entscheidung also auch darauf abstellen, ob man eher der kühle oder heiße (Kopf-)Typ ist.

Smith Variant Brim geschlossen und offen („kühl“ überwiegt)
Mehr Schein als Sein dagegen beim Hudora HMX. Die Belüftungsverstellung ist bei ihm fast unwirksam, der Unterschied zwischen den beiden Maximal-Einstellungen fällt marginal aus.

Kalt gegen Warm. Smith (offen) gegen Carrera Armor (geschlossen; aber auch offen tendenziell "warm")
Kälte-Inseln: Etwas zugig kann der Giro G10 sein. Es zeigen sich einzelne, stark unterschiedliche Temperaturbereiche. Die Haarpracht machts - in der Praxis ist dies mit längeren Haaren kaum, mit Kurzhaarschnitt eher auffällig.
Giro G10 geschlossen: sehr ungleichmäßige Temperaturverteilung

Giro G10 geschlossen: sehr ungleichmäßige Temperaturverteilung

Alpina Grap: homogenes Bild
So haben wir gemessen
Ein mit Temperatur-Sensorik ausgestatteter Dummy-Kopf, der von innen mit 50 Watt beheizt wird, wurde bei winterlichen Temperaturen von -5° mit ca. 30 km/h angeströmt. Der „Kopf“ wurde an der Oberfläche auf 20°C temperiert. Anschließend wurde der zu prüfende Helm aufgesetzt und über 180 Sekunden gemessen.
Grundsätzlich bewertet haben wir im Test die Variabilität der Belüftung, die Wirksamkeit, die Homogenität der Temperaturverteilung und die Praxistauglichkeit. Ob ein Helm ein eher warmes oder kaltes Klimamanagement hat, wurde nicht bewertet – alleine die Information ist aber hilfreich beim Helmkauf.