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- Assistenzsysteme -

ADAC-Umfrage 2011:
Ja zu elektronischen Spritspar-Helfern

Seit mehreren Jahren erobern elektronische Helfer unsere Autos, die sogenannten Fahrerassistenzsysteme. Prominentester Vertreter: das Navigationsgerät, fast schon liebevoll "Navi" genannt. Doch auch das Antiblockiersystem ABS, das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP oder Bremsassistenten sind solche Hilfen, die das Fahren leichter und vor allem sicherer machen sollen. Während Fahrerassistenzsysteme, die der Sicherheit dienen, den Kinderschuhen längst entwachsen sind, kündigt sich Nachwuchs an. Öko-Fahrerassistenzsystem heißt das Baby, dem mit Hilfe des noch bis 2013 laufenden EU-Forschungsprojekts namens "eCoMove" auf die Welt geholfen werden soll. Dabei kommuniziert Fahrzeug mit Fahrzeug oder Fahrzeug mit Straße. Ziel ist, die Fahrweise des Autofahrers und dessen Route zu optimieren, um damit Sprit zu sparen und die Umwelt zu entlasten.


  • Umfrage in elf europäischen Ländern
    Wie die Autofahrer solche Öko-Fahrerassistenzsysteme bewerten, wollten der ADAC und seine europäischen Partnerclubs nun wissen und starteten eine Internet-Umfrage in elf europäischen Ländern. Halten sie solche Systeme für nützlich? Sind sie bereit, dafür zu zahlen? Dürfen private Daten dafür genutzt werden? Ausgewertet hat die Daten das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Partner im Projekt eCoMove. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel der Teilnehmer an der Umfrage sind grundsätzlich für Assistenzsysteme, die Sprit sparen und die Umwelt schonen.
  • Persönliche Grüne Welle und Tipps zum Spritsparen

    Starten wir also mit dem Auto in die Zukunft. Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihre persönliche Grüne Welle. Während der Fahrt erhält das Fahrerassistenzsystem Informationen über die Schaltzeiten der Ampeln auf Ihrer Strecke und teilt Ihnen mit, wie schnell Sie fahren sollten, damit Sie bei Grün durchkommen und nicht bei Rot anhalten müssen. Mit 83 Prozent Zustimmung hat diese Vorstellung den deutschen Autofahrern, die an der ADAC-Umfrage teilgenommen haben, mit Abstand am besten gefallen. Wegen der kostenintensiven Steuerungsanlagen liegt die flächendeckende Realisierung allerdings trotz konkreter Forschungsprojekte in weiter Zukunft.

    Keine Zukunftsmusik mehr ist das System, das in der Gunst der Umfrage-Teilnehmer auf Platz 2 steht: Das Assistenzsystem zeigt am Ende einer Fahrt an, wie spritsparend der Fahrer gefahren ist und gibt Hinweise, wie der Fahrstil verbessert werden könnte. Drei Viertel der teilnehmenden Autofahrer sagten: „Ja, das gefällt mir“. In einigen Fiat-Modellen gibt es diese Möglichkeit bereits, Eco Drive nennt sie sich. Dabei werden die Daten im Auto auf einen USB-Stick gespeichert, den man dann auf dem heimischen Computer auslesen kann. Eine ähnliche Anwendung namens "EcoPlus" hilft, Nutzfahrzeug-Flotten optimal zu managen.


  • Rote Liste für stark belastete Routen

    Fast gleichauf in der Einschätzung liegt ein Assistenzsystem, das sich Staus und Sperrungen auf gefahrenen Strecken merkt und eine Route als nicht empfehlenswert und umweltbelastend abspeichert, wenn sie zu oft betroffen ist. Dieses System gibt es in dieser Form noch nicht, allerdings liefern die heutigen Navigationsgeräte bereits Informationen über Staus und gesperrte Strecken und bieten Alternativrouten an.

    Der Verkehr auf den einzelnen Fahrspuren stark belasteter Strecken steht im Fokus eines weiteren Assistenzsystems, das etwas weniger als drei Viertel der Umfrage-Teilnehmer ebenfalls befürworten. Je nach Verkehrsdichte werden eine bestimmte Geschwindigkeit oder alternative Routen empfohlen, die sowohl auf digitalen Verkehrsschildern als auch im Fahrzeug angezeigt werden. Teilweise fließen diese Informationen heute bereits in die Streckenbeeinflussungsanlagen und dynamischen Wegweiser auf den Autobahnen ein. Als Fahrerassistenzsystem allerdings gibt es das in dieser Form noch nicht.


  • Unschlüssig bei persönlichen Daten, klares Nein zu Kosten

    Für weniger wichtig erachten die Teilnehmer ein System, das anzeigt, wie stark häufig gefahrene Strecken durch Verkehr und Luftverschmutzung belastet sind. Die Fahrt auf den angezeigten, umweltfreundlicheren Routen kann allerdings ein Umweg sein und länger dauern. Am wenigsten können sich die Autofahrer mit einem System anfreunden, das Daten über ihre persönliche Fahrleistung an eine Verkehrsleitstelle übermittelt, damit bei umweltschonender Fahrweise Vergünstigungen zum Beispiel bei Parkgebühren gewährt werden können. Die dafür notwendige Erhebung persönlicher Daten ging den Teilnehmern deutlich zu weit. Ansonsten waren die Autofahrer unschlüssig, inwieweit die Weitergabe persönlicher Daten bei den einzelnen Systemen angemessen ist.

    Die Frage nach der Bereitschaft, für diese Öko-Fahrerassistenzsysteme zu zahlen, wurde mit einem deutlichen "Nein" beantwortet. Am ehesten würden die Autofahrer noch für die "persönliche Grüne Welle" zahlen, aber auch hier liegt die Zustimmung nur bei gerade mal zwölf Prozent.


  • Blick nach Europa
    Darin unterscheiden sich die Deutschen sehr deutlich von ihren europäischen Nachbarn. Niemand zahlt gerne, dennoch ist die Zahlungsbereitschaft in allen anderen Ländern, in denen die Umfrage stattfand, höher, insbesondere in Slowenien und Kroatien. Einig hingegen sind sich die europäischen Teilnehmer, was die Weitergabe persönlicher Daten anbelangt. Man ist sich ebenso wie in Deutschland nicht sicher, ob das Sinn macht. Auch hier haben Slowenen und Kroaten die wenigsten Bedenken. Die Beurteilung des Nutzens von Öko-Fahrerassistenzsystemen ist wiederum unterschiedlich. In Kroatien, Slowenien, Portugal und Spanien ist die Zustimmung generell höher als in Deutschland, Auch in Finnland und Norwegen stießen sie durchschnittlich auf größere Resonanz. Am wenigsten Begeisterung lösten sie in Belgien und Frankreich aus.

Ergebnisse in der Grafik


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