Im UKW-Radioprogramm werden unhörbar digitale Stau-Informationen übertragen. Die Informationen dieses „Traffic Message Channel“ (TMC) können auf einem Radio- bzw. Navi-Display angezeigt oder mittels Computerstimme vorgelesen werden. Navigationsgeräte errechnen dann eine Umleitungsstrecke.
Was kann TMC?
Die meisten fest eingebauten Navigationssysteme sind mit TMC-Empfang ausgestattet. Bei mobilen Geräten muss dagegen manchmal ein extra Empfänger gekauft werden, den es jedoch nicht zu jedem Gerät gibt. TMC ist in seiner Basisversion kostenlos. Die Gebühren für die kommerzielle Variante Navteq-Traffic (ehemals „TMCpro“) sind oft schon im Gerätepreis oder in einer Servicepauschale enthalten. Mit TMC erhält man Hinweise zu Verkehrsbehinderungen auf Autobahnen sowie einigen Bundesstraßen und Stadt-Durchfahrten. Außerdem werden Autofahrer teilweise vor Gefahren gewarnt. Das System überträgt keine Wörter und Sätze, sondern nur Codes, die für bestimmte Ereignisse wie Stau o.ä. stehen. Erst im Empfangsgerät werden daraus Klartext-Meldungen wie etwa „Stau 8 km auf der A8 München-Stuttgart zwischen Dasing und Augsburg-Ost“ erzeugt.
Die wesentliche Erweiterung ist jedoch der Traffic Message Channel (TMC), in dem Verkehrsmeldungen digital kodiert vom Sender über den UKW Träger an Autoradios gesendet werden. Anfangs konnten diese Meldungen am Autoradio als Textmeldung angezeigt werden, verschiedene Filtertechniken sollten den Autofahrer dabei unterstützen, die für ihn relevanten Meldungen zu finden. Doch erst mit dem Einzug der satellitengestützten Navigationgsgeräte blühte TMC seit der Jahrtausendwende richtig auf: diese Geräte können auf Grundlage der aktuellen Position und der geplanten Route genau die Verkehrsmeldungen finden, die für den Autofahrer tatsächlich relevant sind und bei Bedarf eine Alternativroute anbieten.
Welche Sender übertragen TMC?
Diese Sendeanstalten strahlen in Deutschland TMC-Meldungen aus (Quelle: BASt): Antenne Bayern (privat), Bayerischer Rundfunk (BR 3), Deutschlandfunk (DLF), Deutschlandradio Berlin (D-Radio), Hessischer Rundfunk (HR 1, HR 2, HR 3), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR 1 Radio Sachsen, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, MDR 1 Radio Thüringen, JUMP), Norddeutscher Rundfunk (NDR 2), Radio Bremen (RB), Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB 88,8, Info Radio, Antenne Bran-denburg), Saarländischer Rundfunk (SR 1 Europawelle, SR 3 Saarlandwelle), Südwestrundfunk (SWR 1 BW, SWR 1 RP, SWR 2, SWR 3), Westdeutscher Rundfunk (Eins Live, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5, Funkhaus Europa). TMCpro bzw. Navteq-Traffic wird von speziellen UKW-Sendern und von einer Reihe privater Rundfunk-Stationen übertragen.
TMC im Ausland
Das TMC-Sendernetz ist in vielen europäischen Ländern flächendeckend oder regional entlang der touristischen Routen verfügbar. In einigen Ländern (wie Frankreich oder Großbritannien) gibt es nur den kostenpflichtigen Dienst, für den eine Lizenz gekauft werden muss. Generell gilt: Auch im Ausland kann man TMC-Meldungen in seiner Muttersprache empfangen. Besitzer von digitalen Autoradios (DAB) können in Deutschland ebenfalls von TMC-Verkehrsnachrichten profitieren. TMC hat sich seit seiner Einführung im Jahr 1997 zu einem erfolgreichen Verkehrsinformationssystem mit mehreren Millionen Empfangsgeräten allein auf deutschen Straßen entwickelt und ist aus dem Segment der Navigationsgeräte nicht mehr wegzudenken.
Andere Quellen für Staumeldungen
Verkehrsinformationen können auch per Mobilfunk (über so genannte Live-Dienste) von privaten Anbietern ins Fahrzeug oder auf das Navigationsgerät übertragen und für die automatische Stau-Umfahrung (dynamische Routenberechnung) eingesetzt werden. Dieser Service ist kostenpflichtig (ca. 50 Euro pro Jahr im Abonnement). Eine weitere Variante mobilfunkgestützter Verkehrsinformationssysteme sind die so genannten Off-board-Navigationssysteme auf Handys oder Smartphones. Dabei werden die Routen nicht im Gerät selbst, sondern auf dem Server des Anbieters (z. B. Google) unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage errechnet und über Mobilfunk an das Gerät im Auto gesendet. Dieser Service ist in der Regel kostenlos, es fallen aber Übertragungskosten für die zum Teil großen Datenmengen an. Wer diesen Service nutzt, sollte eine Daten-Flatrate mit seinem Mobilfunk-Anbieter vereinbart haben.