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Autoradio

Ein Autoradio gehört heute selbst in einfachen Fahrzeugmodellen zur Serienausstattung. Auf dieser Seite präsentiert der ADAC Nützliches und Wissenswertes zur Autofahrerinformation im Radio gestern, heute und morgen.


 

Seit dem Beginn der 1970er Jahren haben zunächst die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten spezielle Autofahrer- oder Verkehrsfunkprogramme eingerichtet. Wesentliches Merkmal ist die regelmäßige (i. d. R. halbstündige) Information über Verkehrsstörungen im Sendegebiet (Verkehrsmeldungen), sowie aktuelle Gefahrenmeldungen.

ADAC Fachinformation
UKW Verkehrsfunksender in Deutschland  PDF, 339 KB

ADAC Untersuchung
Verkehrsdurchsagen im Rundfunk  PDF, 106 KB

Fast von Beginn an wurden spezielle Signale in das Funksignal eingefügt, die der automatischen Erkennung und ggf. Weiterverarbeitung des Verkehrsmeldeblocks dienten. Dies war zunächst der sog. Hinz-Triller (akustisch), der zur automatischen Steuerung (Beginn/Ende der Aufnahme) von Tonbandgeräten in Autobahnraststätten diente und auch zum Lautstellen der Verkehrsmeldungen im Autoradio ausgewertet werden konnte.


  • Autofahrer Rundfunk Information ARI

    1974 wurde unter Mitwirkung des ADAC in Deutschland die Autofahrer-Rundfunk-Information (ARI) eingeführt. Verschiedene (unhörbare) Signale im UKW-Funksignal signalisierten dem Empfänger, ob der eingestellte Sender Verkehrsmeldungen brachte (Senderkennung SK) und welchen geografischen Bereich er abdeckte (Bereichskennung BK). Während der Ausstrahlung des Meldungsblocks wurde ein weiteres Signal gesendet (Durchsagekennung DK). ARI-Autoradios konnten diese Signale nutzen, um Verkehrssender zu filtern, Verkehrsdurchsagen laut zu stellen und ggf. den Kassettenbetrieb während der Durchsage zu unterbrechen. Viele Jahre waren an den Autobahnen Hinweisschilder mit den UKW-Frequenzen der Verkehrssender für den jeweiligen geografischen Bereich aufgestellt. Sie wurden ab 2003 wieder entfernt, zum 1. März 2005 wurde das ARI Signal von den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland abgeschaltet.


  • Radio Data System RDS

    In den 1980er Jahren wurde das Radio Data System RDS entwickelt und 1988 eingeführt. RDS ermöglicht (unhörbar) die Übertragung weiterer Informationen, wie den Sendernamen, Programmtyp, Alternativfrequenz, Zeitsignal und andere. Für den Verkehrsfunk relevant sind TP (Traffic Programme), das in etwa dem ARI-Signal SK entspricht und TA (Traffic Announcement), welches dem ARI-Signal DK entspricht.


  • Heutiger Gerätestand

    Aktuelle Autoradios sind heute durchgängig mit der RDS-Technik ausgerüstet und finden/erkennen selbständig alle Verkehrsfunksender im Empfangsgebiet. Durch Doppeltuner ist es möglich, einen beliebigen Sender (auch in einem anderen Frequenzband) oder aufgezeichnete Medien (CD, DVD, externe mobile Abspielgeräte) zu hören und jeweils nur den Verkehrsmeldungsblock eines Verkehrsfunksenders aufschalten zu lassen. Bei Autoradios mit der Traffic Information Memo (TIM) Funktion wird jeweils der letzte Verkehrsmeldungsblock gespeichert (auch im ausgeschaltetem Zustand des Radios) und beim Einschalten des Radios oder auf Wunsch wiedergegeben.

    Die Textausgabe (Schrift oder Sprache) von TMC Meldungen findet man in modernen Radios nicht mehr. Diese Funktion wurde von den Navigationsgeräten übernommen.


  • Traffic Message Channel TMC

    Im UKW-Radioprogramm werden unhörbar digitale Stau-Informationen übertragen. Die Informationen dieses „Traffic Message Channel“ (TMC) können auf einem Radio- bzw. Navi-Display angezeigt oder mittels Computerstimme vorgelesen werden. Navigationsgeräte errechnen dann eine Umleitungsstrecke.

    Was kann TMC?

    Die meisten fest eingebauten Navigationssysteme sind mit TMC-Empfang ausgestattet. Bei mobilen Geräten muss dagegen manchmal ein extra Empfänger gekauft werden, den es jedoch nicht zu jedem Gerät gibt. TMC ist in seiner Basisversion kostenlos. Die Gebühren für die kommerzielle Variante Navteq-Traffic (ehemals „TMCpro“) sind oft schon im Gerätepreis oder in einer Servicepauschale enthalten. Mit TMC erhält man Hinweise zu Verkehrsbehinderungen auf Autobahnen sowie einigen Bundesstraßen und Stadt-Durchfahrten. Außerdem werden Autofahrer teilweise vor Gefahren gewarnt. Das System überträgt keine Wörter und Sätze, sondern nur Codes, die für bestimmte Ereignisse wie Stau o.ä. stehen. Erst im Empfangsgerät werden daraus Klartext-Meldungen wie etwa „Stau 8 km auf der A8 München-Stuttgart zwischen Dasing und Augsburg-Ost“ erzeugt.
    Die wesentliche Erweiterung ist jedoch der Traffic Message Channel (TMC), in dem Verkehrsmeldungen digital kodiert vom Sender über den UKW Träger an Autoradios gesendet werden. Anfangs konnten diese Meldungen am Autoradio als Textmeldung angezeigt werden, verschiedene Filtertechniken sollten den Autofahrer dabei unterstützen, die für ihn relevanten Meldungen zu finden. Doch erst mit dem Einzug der satellitengestützten Navigationgsgeräte blühte TMC seit der Jahrtausendwende richtig auf: diese Geräte können auf Grundlage der aktuellen Position und der geplanten Route genau die Verkehrsmeldungen finden, die für den Autofahrer tatsächlich relevant sind und bei Bedarf eine Alternativroute anbieten.

    Welche Sender übertragen TMC?

    Diese Sendeanstalten strahlen in Deutschland TMC-Meldungen aus (Quelle: BASt): Antenne Bayern (privat), Bayerischer Rundfunk (BR 3), Deutschlandfunk (DLF), Deutschlandradio Berlin (D-Radio), Hessischer Rundfunk (HR 1, HR 2, HR 3), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR 1 Radio Sachsen, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, MDR 1 Radio Thüringen, JUMP), Norddeutscher Rundfunk (NDR 2), Radio Bremen (RB), Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB 88,8, Info Radio, Antenne Bran-denburg), Saarländischer Rundfunk (SR 1 Europawelle, SR 3 Saarlandwelle), Südwestrundfunk (SWR 1 BW, SWR 1 RP, SWR 2, SWR 3), Westdeutscher Rundfunk (Eins Live, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5, Funkhaus Europa). TMCpro bzw. Navteq-Traffic wird von speziellen UKW-Sendern und von einer Reihe privater Rundfunk-Stationen übertragen.


    TMC im Ausland

    Das TMC-Sendernetz ist in vielen europäischen Ländern flächendeckend oder regional entlang der touristischen Routen verfügbar. In einigen Ländern (wie Frankreich oder Großbritannien) gibt es nur den kostenpflichtigen Dienst, für den eine Lizenz gekauft werden muss. Generell gilt: Auch im Ausland kann man TMC-Meldungen in seiner Muttersprache empfangen. Besitzer von digitalen Autoradios (DAB) können in Deutschland ebenfalls von TMC-Verkehrsnachrichten profitieren. TMC hat sich seit seiner Einführung im Jahr 1997 zu einem erfolgreichen Verkehrsinformationssystem mit mehreren Millionen Empfangsgeräten allein auf deutschen Straßen entwickelt und ist aus dem Segment der Navigationsgeräte nicht mehr wegzudenken.


    Andere Quellen für Staumeldungen

    Verkehrsinformationen können auch per Mobilfunk (über so genannte Live-Dienste) von privaten Anbietern ins Fahrzeug oder auf das Navigationsgerät übertragen und für die automatische Stau-Umfahrung (dynamische Routenberechnung) eingesetzt werden. Dieser Service ist kostenpflichtig (ca. 50 Euro pro Jahr im Abonnement). Eine weitere Variante mobilfunkgestützter Verkehrsinformationssysteme sind die so genannten Off-board-Navigationssysteme auf Handys oder Smartphones. Dabei werden die Routen nicht im Gerät selbst, sondern auf dem Server des Anbieters (z. B. Google) unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage errechnet und über Mobilfunk an das Gerät im Auto gesendet. Dieser Service ist in der Regel kostenlos, es fallen aber Übertragungskosten für die zum Teil großen Datenmengen an. Wer diesen Service nutzt, sollte eine Daten-Flatrate mit seinem Mobilfunk-Anbieter vereinbart haben.


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