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Erdgas

Auf Erdgas umsteigen? Gar nicht so exotisch, wie sich das zunächst anhört – machbar ist es mit entsprechend ausgerüsteten Benzin-Modellen. Freilich muss man derzeit noch mit einem begrenzten Neuwagenangebot auskommen und oftmals länger nach einer Tankstelle suchen. Hervorzuheben sind die positive Umweltbilanz sowie die rund 50 Prozent niedrigeren Kraftstoffkosten.
  • Tankstellennetz

    Das deutsche Netz ist mit derzeit ca. 900 Stationen noch nicht flächendeckend. Hinzu kommt, dass nur gut drei Viertel der Erdgas-Tankstellen öffentlich sind. Die übrigen werden von regionalen Energieversorgern und Stadtwerken betrieben, teilweise abseits der üblichen Hauptverkehrswege und mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

    Außerhalb Deutschlands existiert bislang nur in Norditalien und der Schweiz ein relativ dichtes Tankstellennetz – man sollte also generell vor Reiseantritt die Tankmöglichkeiten klären. Da man an dortigen Tankstellen zudem nicht immer mit der hierzulande üblichen NGV-1-Kupplung rechnen kann, empfiehlt sich die Mitnahme eines entsprechenden Adapters. Dieser kann zum Beispiel bei der Firma Weh GmbH (Telefon 0 73 03/9 60 90, E-Mail: sales@weh.com) bezogen werden.

    Der ADAC-Tankstellenfinder leitet Sie nicht nur zu den Zapfsäulen für Benzin und Diesel, sondern auch zu Erdgas.

    Der ADAC-Tankstellenfinder

     
    Weitere Übersichten zu Erdgas Tankstellen:

    erdgas-mobil.de  
    gibgas.de
    gas-tankstellen.de
  • Erdgasspeicherung und Betankung

    Der Betriebsdruck von 200 bar erfordert geeignete Druckbehälter (Gasflaschen) aus Stahl oder aus (leichteren) Kohlefasern. Bei serienmäßig angebotenen Modellen werden diese meist unter dem Fahrzeugboden (unterflur) angeordnet. Bei einer Nachrüstung muss der groß­volumige Tank zumeist im Innen- oder Kofferraum untergebracht werden, was entsprechende Raumverluste mit sich bringt.

    Anders als beim Tanken von Benzin und Diese wird an der Erdgas-Zapfsäule eine Füllkupplung auf den Tanknippel gesetzt und durch eine 180-Grad-Drehung des Griffs verriegelt.


  • Verbrauch und Tankvolumen in Kubikmetern oder Kilogramm?

    Der Kraftstoffverbrauch von Erdgas betriebenen Fahrzeugen muss in Kubikmetern je 100 Kilometer (m³/100 km) angegeben werden (gemäß der Mitte 2004 erlassenen Kennzeichnungs-Verordnung für den Pkw-Energieverbrauch -Pkw-EnVKV). Diese Angabe entspricht dem technischen Wert, der nach der EU-Richtlinie 80/1268/EWG für das Typgenehmigungsverfahren bei jedem Erdgasfahrzeug zu ermitteln ist. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Normkubikmeter Erdgas (gemessen bei 0 Grad Celsius, wie sie ge­wöhnlich in der deutschen Gaswirtschaft verwendet werden), sondern um einen Kubikmeter eines speziellen Prüfgasgemisches bei plus15 Grad Celsius, das in der Praxis eine Dichte von 0,696 kg/m³ aufweist.

    An den deutschen Tankstellen darf nach dem Eichgesetz komprimiertes Erdgas aber nur in Kilogramm, nicht in Kubikmetern, verkauft werden. Die Kubikmeterangabe ist daher für den Verbraucher unge­eignet und irreführend. Der für die Praxis interessante Verbrauchswert in kg/100 km ergibt sich durch Multiplikation des Kubikmeterverbrauchswerts mit der Dichte von 0,696 kg/m³. 

    Beispiel Opel Zafira 1.6 CNG ecoflex:
    Verbrauch laut Pkw-EnVKV: 7,7 m³/100 km; Verbrauch in kg/100 km: 7,7 m³/100 km * 0,696 kg/m³ = 5,3 kg/100 km. In der Praxis wird dieser Wert jedoch nur von H-Gas erreicht. Beim Einsatz von L-Gas kann der Verbrauch deutlich ansteigen. Daher wird L-Gas günstiger angeboten als H-Gas.


  • Preisvergleich Erdgas – Benzin – Diesel

    Der Preis für Erdgas bemisst sich nach seinem Energiegehalt, der in der Regel in Kilowattstunden (KWh) oder Megajoule (MJ) angegeben wird. An Tankstellen wird komprimiertes Erdgas jedoch gemäß Eichgesetz nicht nach Volumen (l) oder Kilowattstunden, sondern nur nach Masse (kg) verkauft. Denn das in der Zapfsäule eingebaute Messinstrument (der so genannte Coriolis-Zähler) erfasst die durchströmende Masse und ist darauf geeicht.

    Um einen Vergleich mit Benzin und Dieseltreibstoff zu ermöglichen, muss man deshalb den Ener­giegehalt bestimmen. Ein Kilogramm des überwiegend verkauften H-Gases hat einen Energiegehalt von etwa 13,0 kWh, ein Liter Diesel 9,84 kWh und ein Liter Superbenzin 8,88 kWh. Damit beinhaltet ein Ki­logramm Erdgas die Energie von rund 1,3 Liter Diesel bzw. 1,5 Liter Benzin. Wenn ein Kilogramm Erdgas 0,95 € kostet, so entspricht dies einem Superbenzin-Preis von 0,63 € pro Liter.


  • Zweimal Erdgas: L- und H-Gas

    In Deutschland wird sowohl H-Gas wie auch L-Gas angeboten. Wesentlicher Unterschied ist der Me­thangehalt, bei L-Gas 80 bis 87 Prozent, bei H-Gas dagegen 84 bis 99 Prozent. Der Anteil an Stick­stoff und Kohlen­dioxid ist beim H-Gas geringer.

    Der unterschiedliche Methangehalt der Gassorten führt zu Schwankungen des Energieinhalts (Heiz­wert): L-Gas 10,66-11,26 kWh/kg, H-Gas 13,1-13,63 kWh/kg. Das wirkt sich auf Verbrauch und Reichweite der Erdgasfahrzeuge aus. Ein Opel Zafira 1.6 CNG beispielsweise läuft, vollgetankt mit H-Gas, rund 100 Kilometer weiter als mit L-Gas.

    Um dem Verbraucher eine größere Transparenz zu sichern, ist eine bundesweite Auszeichnung der Gassorten an den Tankstellen seit 2004 gesetzlich vorgeschrieben. Da sich der Preis beim Erdgas über den Heizwert (kWh) und nicht über die Menge (kg) definiert, zahlen Verbraucher an den Tank­stellen für L-Gas entsprechend weniger als für H-Gas. Das H-Gasnetz ist fast bundesweit ausgebaut, während L-Gas überwiegend in Bremen, Niedersach­sen und Nordrhein-Westfalen verkauft wird.



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