Im Gegensatz zu Wander- oder Springerstiefeln gehören nämlich neben der Bedeckung der Knöchel auch die der Wade inklusive individueller Passform (Weitenverstellung durch Stretch, Schnallen oder Klettverschluss) auch Verstärkungen im kompletten Zehenbereich, am Knöchel und der Ferse, eine Schalthebel-Verstärkung sowie Schienbeinschutz und abgedeckte Reißverschlüsse zum hohen Anforderungsprofil. Eine stabile Sohle, rutschfest und mit einem Absatz für festen Halt auf den Rasten sollte zudem Standard sein. „Wer wasserdichte und atmungsaktive Modelle mit Reflektoren wählt, erhöht Komfort und Sicherheit“, betont Ruprecht Müller. Schließlich können nasse Füße schneller auskühlen und zu Bewegungseinschränkungen führen. Wer Stiefel mit Nässeschutz wählt, der kann auf „Überzieher“ verzichten.
Grundsätzlich gilt: Ein Motorradstiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden: Das Bedienen von Gangschaltung und Bremse muss problemlos möglich und die Durchblutung gesichert sein. Bei der Anprobe sollte sowohl auf die richtige Schuhgröße als auch die passenden Socken oder Strümpfe geachtet werden. Viele Vielfahrer besitzen ein Paar Stiefel für Sommer und eines für die anderen Jahreszeiten, das gefüttert ist oder in das auch dicke Thermosocken passen.
Beim Kauf von Motorrad-Stiefel empfiehlt es sich grundsätzlich, diese zusammen mit der übrigen Ausrüstung anzuprobieren. Nur so ist sicher, dass die Stiefel im Verbund mit der Lederhose oder -kombi oder dem Fahreranzug aus Textil gut sitzen. Müller: „Die Hosenbeine der Lederkombi müssen in den Stiefelschaft passen.“