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Wann kann der Versicherungsvertrag gekündigt werden?

Der Versicherungsvertrag kann für die Dauer eines Jahres oder für einen kürzeren Zeitraum abgeschlossen werden. Beträgt die vereinbarte Vertragsdauer ein Jahr, so verlängert sich der Vertrag jeweils um ein Jahr, wenn er nicht spätestens einen Monat vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Etwas anderes gilt bei zeitlich begrenzten Versicherungsverträgen, also z.B. bei Versicherungsverträgen für Kurzzeitkennzeichen oder bei Fahrzeugen, für die ein Versicherungskennzeichen ausgegeben wurde. In diesen Fällen endet der Versicherungsvertrag mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit.


  • Ordentliche Kündigung

    Versicherungsverträge können regulär einen Monat vor Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Das Kündigungsschreiben muss immer einen Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres bei der Versicherung eingegangen sein. Die Mehrzahl der Versicherungsverträge läuft zwischenzeitlich vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. 

    Aus Nachweisgründen sollte das Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein oder per Fax oder E-Mail versendet werden (bitte beachten Sie die Anforderungen, welche Ihr Versicherer an Sie stellt. In manchen Fällen fordern Versicherer ein Schreiben, Fax oder E-Mail genügen nicht). Der Versicherer ist nicht verpflichtet, die Kündigung zu bestätigen. Eine telefonische Kündigung ist nicht ausreichend.           

    Wichtig: Wer die Versicherung wechselt, muss rechtzeitig dafür sorgen, dass die Versicherungsbestätigungskarte oder bei elektronischer Versicherungsbestätigung die Versicherungsnummer des neuen Versicherers zum Nachweis des fortbestehenden Versicherungsschutzes bei der Kfz-Zulassungsstelle vorliegt.


  • Außerordentliche Kündigung

    Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht dann, wenn

    • der Versicherungsbeitrag erhöht worden ist, ohne dass eine Rückstufung im Schadenfall vorliegt (unabhängig vom Umfang der Erhöhung).
    • sich die Regionalklasse oder die Typklasse des Fahrzeuges verschlechtert.

    Der Versicherer ist verpflichtet, eine Änderung einen Monat vor dem Zeitpunkt mitzuteilen, zu dem sie in Kraft tritt. Ab der Mitteilung hat der Versicherungsnehmer einen Monat Zeit, den Versicherungsvertrag zu kündigen. Dabei sollte der Versicherungsnehmer auf das außerordentliche Kündigungsrecht verweisen. Die Kündigung wird frühestens zum Erhöhungszeitpunkt wirksam.


  • Kündigungsbeschränkung

    Sowohl die reguläre als auch die außerordentliche Kündigung kann auf eine Vertragsart beschränkt werden, also z.B. nur auf die Kfz-Haftpflichtversicherung und nicht auf die daneben bestehende Kfz-Kaskoversicherung. 

    Da die Versicherer jedoch zumeist daran interessiert sind, dass der jeweilige Versicherungsnehmer einen Kaskovertrag und eine Haftpflichtversicherung abschließt, wird bei einer Kündigung nur eines Versicherungsteils der Versicherer den verbleibenden Vertragsteil ggf. kündigen.


  • Kündigung im Schadenfall

    Auch im Schadenfall steht dem Versicherungsnehmer wie dem Versicherer ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Für den Versicherungsnehmer beginnt dabei die Kündigungsfrist von einem Monat in dem Moment zu laufen, in dem er von der Anerkennung oder Ablehnung der Leistungspflicht seines Versicherers Kenntnis erlangt. Der Versicherungsnehmer kann nicht für einen späteren Zeitpunkt als dem Schluss des laufenden Versicherungsjahres (bzw. der vereinbarten kürzeren Vertragsdauer) kündigen.
    Dem Versicherungsnehmer steht in diesem Fall die restliche Jahresprämie für die Versicherungssparte zu, die er gekündigt hat.zu.
    Wichtig: Der bestehende Versicherungsvertrag sollte nur gekündigt werden, wenn der Versicherungsschutz bei einer anderen Gesellschaft zu besseren Konditionen und Prämien zu bekommen ist. Wer wechseln will, sollte sich deshalb vor der Kündigung über die Prämien, aber auch die Versicherungsbedingungen anderer Gesellschaften erkundigen. Einige Sonderrabatte werden nicht bei allen Gesellschaften, andere nicht im selben Umfang gewährt.


  • Versichererwechselbescheinigung
    Wird ein Versicherungsvertrag beendet und das Fahrzeug bei einer anderen Gesellschaft versichert, kann der neue Versicherer durch eine Rückfrage beim ursprünglichen Versicherer die Angaben seines Versicherungsnehmers zum Schadenverlauf überprüfen. Die Einstufung beim neuen Versicherer geschieht deshalb in der Regel vorbehaltlich der Bestätigung der Angaben durch den Vorversicherer. Die beim Vorversicherer für die Prämienberechnung herangezogene SF-Klasse muss nicht immer mit dem Schadenverlauf und den tatsächlichen schadenfreien Jahren übereinstimmen. Insbesondere gilt dies, wenn ein Zweitwagen beim ursprünglichen Versicherer wie der Erstwagen eingestuft worden war, der neue Versicherer für die Einstufung jedoch andere Voraussetzungen heranzieht. Der Versicherungsnehmer hat jederzeit Anspruch darauf, von seinem Versicherer eine Schadenverlaufserklärung zu erhalten. Diese dient als Grundlage für die Berechnung des Beitrags bei einem möglicherweise neuen Versicherer.

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